Sind Datensammler böse?

In der Zeitschrift c’t (Ausgabe 24/2006) gibt es eine interessante Titelstory “Deine Spuren im Netz”. In dem Artikel wird beschrieben wie Nutzerdaten von Firmen gesammelt werden können. Die bekannteste Methode ist die Sammlung mittels Cookies, eine andere “gute” Methode ist die Verwendung nicht sichtbare Bilder (Einpixel-GIF oder Web-Beacons). Dabei werden von einer beauftragten Firme nicht sichtbare Bilder auf der Website installiert. Dadurch ist der Internetsurfer über mehrere Seiten hinweg beobachtbar. Das geht natürlich umso besser je mehr Kunden eine darauf spezialisierte Datensammler hat. Mit statistischen Methoden lassen sich aus den Daten sehr schöne Benutzerprofile mit ihren zugehörigen Interessen erstellen, niemand ist anonym im Netz.

Aber ist es wirklich so böse Kundendaten zu sammeln?
Gehen wir einmal mal davon aus das die großen Firmen wie Cyveillance, Schober, DoubleClick, Falk, ZANOX.de oder Advertising.com sehr sensibel mit den Daten umgehen und sich sich ihrer Verantwortung bewusst sind. (Verhaltensregeln zum Umgang mit Marketingdaten Fair Data.) Dann ist es doch für mich als Konsument ein sehr gutes Angebot, wenn ich nur Werbung über Themen bekomme, die mich wirklich interessieren. Ich schätze zum Beispiel der Service von Amazon, die mir Informationen zu Büchern zukommen zu lassen, die mich interessieren. Was mich nervt sind unaufgeforderte Werbung über Produktgruppen wie etwa Kosmetik.
Ich bekomme 3kg (drei Kilogramm!!) unerwünschte Werbung pro Monat als Postwurfsendungen nur ca. 10% entsprechen meinen Interessen und werden von mir angeschaut. Der Rest landet sofort in der Wertstoffsammlung. Die 2,7 kg Papier pro Monat entsprechen einem CO2 Ausstoß von 25kg pro Jahr pro Haushalt das muss nicht sein.

CO2 Kennzahl
Recyclingpapier 3a 0,394 CO2/kg
Weißes Papier 3b 0,787 CO2/kg
Quelle: http://www.bayernlb.de/ar/Internet/de/Downloads/0100_CorporateCenter/1161Marketing/BLB_Papierstudie_002.pdf

Zum Schluss noch Werbung von Google, die exakt auf diesen Beitrag softwaremäßig abgestimmt ist. Dies ist ein interessanter Versuch Werbung zumindest Kontext bezogen zu placieren. Ich hoffe nicht, dass hier eine Werbung zu Kosmetik oder Körperpflege-Produkten oder Make-Up oder Lidschatten erscheint ;).
Update:
Das Experiment mit der WERBUNG habe ich jetzt beendet, ich habe nur mehr noch auf meine Mitbewerber verlinkt und das ist ja auch nicht so gut.

 

1 Response » to “Sind Datensammler böse?”

  1. Karin says:

    Ob die Datensammler böse sind, will ich gar nicht bewerten. Ich kann nur sagen, manche Menschen gehen mit ihren Daten auch sehr freizügig um. Und Gelegenheit macht nun mal Diebe.

    Ich will das gar nicht schön reden, aber ein wenig Vorsicht hat noch nie geschadet!