Ratingskala

Bei Onlinebefragungen sieht man immer häufiger die Ratingskala bei der Merkmalsausprägung, die in eine Rangordnung gebracht werden muss. Die Auswertung solcher Rangreihen hingegen ist eine nicht triviale Angelegenheit. Die ermittelten Rangwerte stellen eine Ordinalskala dar, die einfachste Darstellung kann mit Modalwert (Häufigster Wert) und Medianwert (50% Wert) erfolgen. Um mehr Informationen aus den Daten zu erhalten, sind die Werte der Rangskala in geeigneter Form zu transformieren. Eine Methode ist die Transformation der Rangreihen in die intervallskalierte Merkmale überführt werden. Die Grundidee dieser Methode geht auf Thurstone (1927) nach dem “Law of Categorical Judgement” zurück. Dabei werden die kumulierten Häufigkeiten in Normalverteilte z-Werte übergeführt und aus diesen die intervallskalierten Markmalsausprägungen gebildet.[1]
Mit R ist dies elegant zu berechnen. Mit den Funktionen tabel() und cumsum() lassen sich die kumulierten Häufigkeiten berechnen und mit der Funktion qnorm() die entsprechenden z-Werte.

Zur Veranschaulichung habe ich hier ein fiktives Beispiel. Es handelt von einer Befragung von Kunden eines Supermarktes. Die Kunden werden befragt, welche Art von Lebensmitteln sie bevorzugen: (a) Produkte aus konventioneller Landwirtschaft (Tab. 1) und (b) Produkte aus biologischer Landwirtschaft. Dabei Reihen die Kunden Begriffe die im Zusammengang mit den Produkten stehen nach Wichtigkeit, zu den Kriterien zählen Qualität, Aussehen, Vielfalt, Verfügbarkeit und Preis. Durch die Betrachtung der Häufigkeiten der Rangplätze lässt sich schon gut abschätzen, welcher Begriff an erster Stelle steht, hier ist bei den Produkte aus konventioneller Landwirtschaft der “Geschmack” an erster Stelle und bei Produkte aus biologischer Landwirtschaft die “Qualität”.
(a) Produkte aus konventioneller Landwirtschaft
konventionelle Produkte

Was sich nicht aus den Häufigkeiten ableitet, ist die Information wie bedeutend der Unterschied unter den Rangplätzen ist. Dafür kann die oben beschriebene Maßzahl angewendet werden. Da es sich um einen z-Transformierten Wert handelt, kann der Wert zum Abschätzen der “Wichtigkeit” dienen.
(b) Produkte aus biologischer Landwirtschaft
biologische Produkte
In diesem Beispiel zeigt sich, dass bei Kunden die Bioprodukte kaufen “Qualität” überdurchschnittlich an erster Stelle steht und das bei Kunden die konventionelle Produkte kaufen, “Geschmack”, “Preis” und “Vielfalt” gleichwertig sind und hier an erster Stelle stehen.

Rangreihe
(c)Gegenüberstellung biologischer Landwirtschaft mit konventioneller Landwirtschaft

Literatur:
[1]Bortz, J. & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler (4. Auflage). Berlin: Springer. Seite 155 Forschungsmethoden und Evaluation: für Human- und Sozialwissenschaftler

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