Befragung im Schwimmbad

Heute verbrachte ich den Vormittag im Hallenbad, schwimmen, lesen, entspannen, bis ein junge Frau mit einer Bitte auf mich zu kam.
Sie ist Studentin und ich solle ihr bitte einige Fragen des Fragebogens beantworten. Immer in Sachen Fragebogen interessiert, war ich gerne bereit den zweiseitigen Fragebogen zum Preis/Leistungsangebot der städtischen Hallenbädern zu beantworten.
Abgefragt wurde der Zweck und die Häufigkeit meiner Schimmbadbesuche, sowie die gewählte Zahlungsart, also Einzelticket oder Punktekarte.
So ging es weiter, würde ich eher eine Sommer- oder Wintersaisonkarte wünschen, oder vielleicht noch eine Kombination mit einer Regionalcard. Achja und gefragt wurde auch, ob ich die Regionalcard auch überhaupt kenne.

An und für sich durchaus interessante Fragen, wenn überlegt wird, andere Angebote einzuführen. Wozu aber eh statistisch vorhandene Fragen (ich nehme an, dass am Abend beim Automaten eine Aufstellung der verkauften Einzel, 10er Karten etc. ausgegeben wird) abgefragt werden.

Gefehlt haben mir vor allem die Fragen nach den Leistungsangebot. Habe ich Wünsche, Anregungen, Beschwerden.
Die Chance von den Besuchern ein Feedback zu bekommen. Vertan!

Wassertropfen

Wasser

Dieses tolle Bild ist von wetwater und auf flickr unter CC zu finden.

 

Pisa und die Statistik

Ausgerechnet beim ORF dem Sender mit dem Bildungsauftrag in Österreich musste ich folgendes lesen:

Keine Bewegung bei Mathematik
Im Bereich Mathematik liegen die Ergebnisse der Österreicher mit 505 Punkten ebenfalls erstmals statistisch signifikant über dem OECD-Schnitt (498). ORF

Statistisch signifikant scheint bei unseren Medienvertretern eine beliebte Redewendung zu sein, ohne zu wissen was es bedeutet. Ausgerechnet im Zusammenhang mit Mathematik und Pisastudie ist es nicht angebracht und eine Recherche wäre sehr empfehlenswert.
Der Pisa-Wert ist grob gesagt ein standardisierter Mittelwert, d.h. alle Fragebögen werden zusammengefasst und zurückgerechnet auf einen Mittelwert der genau 500 mit einem Streuungsbereich von 100 ergibt. Den exakten Berechnungsvorgang kann beim Arbeitspapier zur Pisastudie nachgelesen werden.
Fazit: Wenn 500 Punkte erreicht werden, dann liegt die Leistung des jeweiligen Landes in der Mitte. Ob jetzt 500 oder 505 Punkte erreicht werden, macht keinen Unterschied. Erst wenn 600 Punkte erreicht werden, ist der Wert über dem Durchschnitt. Ob der Wert dann statistisch Signifikant ist, muss mit einem passenden Test erst berechnet werden. (In der Statistik heißen Ergebnisse signifikant, wenn es unwahrscheinlich ist, dass sie durch Zufall zustande kamen.)

Literatur zur Signifikanz:
Wikipedia Statistische Signifikanz
Jenseits des Signifikanztest-Rituals:Ergänzungen und Alternativen Peter Sedlmeier
Wichtige Signifikanztests – Artikel Nr. 11 der Statistik-Serie in der DMW –
Was ist der p-Wert? Dr. Ralf Bender

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Ebay Grafik

Es gibt eine ganz aktuelle Ebay-Deutschlandkarte über das Kaufen und Verkaufen bei Ebay in Deutschland. Die Onlinezeitung “die Welt” verpasste dem Beitrag dazu den plakativen Titel ” Ebay spaltet Deutschland, Ossis bleiben draußen”. Aus der Karte leitet die Welt.de ab, dass Ebay Deutschland spaltet.

Meiner Meinung nach ist es nicht möglich eine Spaltung aus der Grafik herauszulesen. Wird die Grafik von Ebay mit der Grafik mit der Bevölkerungsdichte gegenübergestellt, dann liegt mein Verdacht nahe, dass sich die Daten der Ebaynutzer mit den Daten der Bevölkerungsdichte korrelieren. Typisch Medien, könnte man sagen, Hauptsache ein provokanter Titel und eine Statistik die alles belegt. Ansonsten finde ich den Artikel sehr interessant und lesenswert.
Der Artikel deutet auch an, dass die unterschiedliche Ebaynutzung etwas mit der Verbindungsgeschwindigkeit zu tun hat.

Aus österreichischer Sicht merke ich, dass es anscheinend nicht so einfach ist, einen schnellen Internetzugang in Deutschland zu bekommen. Auch Österreich ist internetmäßig noch nicht so gut entwickelt, wie das Schwellenland Südkorea.

Für viel freie Zeit wäre zu diesen Themen eine umfangreiche Analyse spannend.
Ebay Grafik
Quelle:www.welt.de

Altersverteilung in Deutschland
Quelle: de.wikipedia.org/

Gefunden via: Basic Thinking
Artikel in der Welt.de
Zur Internetnutzung Deutschlands gibt es Zahlen und Grafiken im (N)ONLINER Atlas.

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Blogstudie 2007

Die Universität Leipzig hat gemeinsam mit der Suchmaschine Ask.com eine online Umfrage zum Thema Weblogs durchgeführt. Mich interessieren ja bei Studien vor allem die Zahlen und deren Aufbereitung. In der besagten Studie wurden 605 Fragebögen ausgewertet.

Im Einzelnen lassen sich fünf Typen von Blognutzern identifizieren. Die größte Gruppe bilden die „Wissensdurstigen“ (24 Prozent). 18 Prozent der Befragten wurden als „Social Networker“ klassifiziert. Ebenfalls 18 Prozent zählt die Gruppe der „Selbstdarsteller“. Zwei weitere Gruppen sind die „Informationssucher“ (19 Prozent) und die „Aktiven Konsumenten“ (23 Prozent).
Eine der Kernthesen der Studie ist, dass Blognutzer mehrheitlich „investigative Multiplikatoren“ – Konsumenten, die mehr wissen wollen, Informationen aktiv weitergeben und gut vernetzt sind. (vergl. Ergebnisbericht mit Abbildungen PDF, 09.02.2007)

Schade nur dass bei der interessantesten Frage – nach den Assoziationen mit dem Begriff „Blog“ die Darstellung meiner Meinung nach nicht sehr geschickt gewählt wurde.
Die Autoren verwenden bei der Darstellung der Ergebnisse ein dreidimensionales Tortendiagramm. Das ist zwar hübsch bunt anzusehen, aber wie man weiß, sind dreidimensionale Winkel für das menschliche Auge nicht interpretierbar. Zudem scheinen die Zahlen “verwinkelt” beim nachrechnen komme ich auf 108% gesamt. Rundungsfehler?
Der zweitgrößte Bereich “Sonstiges” wurde nicht genauer beschrieben, durch die Größe (100 von 600 Antworten) scheint mir diese Kategorie schon bedeutsam. Leider wurde hier nicht genauer auf das Sonstige eingegangen. Zusammenfassend kann man sagen das rund 35% der Befragten Blogs mit Selbstdarstellung und Tagebuchschreibern assozieren, der Rest streut um die Begriffe Infoquelle bis Nutzlos.

 

Der typische Computerspieler

Laut einer Studie von Jung von Matt ist der typische Computerspieler zu über 50% ein Gelegenheitsspieler, er ist im Durchschnitt 44 Jahre alt, seine Interessen sind vielseitig und er lebt in gefestigten familiären Verhältnissen. Befragt wurden ca 3.000 Personen über 14 Jahre.

Die Studie hält noch weitere interessante Details über die Computerspieler bereit.

Der Freizeitspieler: Mit 54% stellt der Freizeitspieler die bei weitem größte und mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren auch älteste Gruppe aller Videospieler. Der Freizeitspieler ist überwiegend berufstätig und spielt nur gelegentlich.

Der Denkspieler: Deckt sich in Demografie, Konsum- und Freizeitverhalten mit dem Freizeitspieler.

Der Gewohnheitsspieler: ist um die 30. Seit er als Kind mit C64 und Atari 2600 gespielt hat, ist er Games treu geblieben.

Der Fantasiespieler: Er ist ein Familienmensch. 75% der Rollenspieler leben in Drei- und Mehrpersonenhaushalten. Mit 6% gehört der Rollenspieler zu einer Minderheit unter den Spielern.

Der Intensivspieler: Er stellt die jüngste Gruppe unter den Gamern – 80% sind unter 30 – und verbringt die meiste Zeit vor dem Bildschirm.

Gut gemacht sind in der Studie die Grafiken und die Fotos, mir hat vor allem die Serie über das Konsumverhalten gefallen (unbedingt anschauen). Die Ergebnisse der Studie kann man sich, nach Bekanntgabe seiner Email, auf der Seite www.spielplatz-deutschland.de downloaden.

Gefunden via Basic Thinking.

 

Pisa 2000

Die PISA-Studie ist nicht nur aus bildungspolitischer Sicht eine hochinteressante Studie, sondern auch aus statistischer Sicht interessant.

“Statistik ist für mich das Informationsmittel der Mündigen. Wer mit ihr umgehen kann, kann weniger leicht manipuliert werden. Der Satz »Mit Statistik kann man alles beweisen« gilt nur für die Bequemen, die keine Lust haben, genau hinzusehen.” Elisabeth Noelle-Neumann

Auf der Homepage www.emilea.de sind im Zuge eines online Statistik-Kurses Einblicke in die PISA-Studie dargestellt.Es findet eine methodenkritische Betrachtung der ersten PISA-Erhebung von 2000 statt. Dabei stehen insbesondere die verwendeten Statistikmethoden im Vordergrund. Sie sollen Interessierten anhand von weiteren Ausführungen näher gebracht werden. Prof. Dr. Claus Möbus

Eine mathematisch u.- statistische tiefergehende Betrachtung der PISA-Studie finden Interessierte auf der Seite von www.pisa2000.de dort gibt es eine statistisch-methodische Evaluation der PISA-Studie (Dissertation) von Frank Gaeth der sehr detailiert die statistische Seite der PISA-Studie beleuchtet.